KAHIBA „The Neuroscience of Music“

Heinrich von Kalnein & KAHIBA – THE NEUROSCIENCE OF MUSIC (NAT 47617-2)

Presse (Auswahl)

 

 JAZZPODIUM 5/2018

Heinrich von Kalnein, mit Horst-Michael Schaffer Mastermind der JBBG, der Jazz Bigband Graz, betreibt als Tenorsaxophonist und Flötist seit zehn Jahren das Trio-Projekt KAHIBA, bisher mit dem österreichischen Akkordeonvirtuosen und Pianisten Christian Bakanic und dem Live-Elektroniker Gregor Hilbe. Auf dem neuen, vierten Album, ist Christian Bakanic noch als Gast zu hören, fester dritter Mann ist jedoch der junge türkische Pianist Anil Bilgen. Das Trio spielt neben den beiden neuen Titeln „Cien Aguas“ und De-Escalation“ vier Titel von früheren Alben neu ein. Das bietet interessante Vergleichsmöglichkeiten, dokumentiert jedoch auch die enorme Entwicklung, die dieses Trio in den letzten Jahren genommen hat.

Rainer Bratfisch

 

JAZZ’N’MORE-TIPP (3/2018) 5*****

Seit zehn Jahren arbeitet die Band KAHIBA des Saxophonisten Heinrich von Kalnein erfolgreich, 2016 wurde die Band umbesetzt. Der langjährige Akkordeonspieler Christian Bakanic ist allerdings noch als Gast auf der neuen Einspielung zu hören. Ansonsten wurde sein Platz von dem jungen türkischen Pianisten Anıl Bilgen übernommen. Der passt sich wunderbar ins Klanggefüge des Trios ein. „The Neuroscience of Music“ ist die vierte Produktion des Trios, aber die erste Live-Aufnahme. Zudem ist es die erste Live-Produktion des Saxophonisten von Kalnein überhaupt – wobei man sich bei der guten (Aufnahme-) Qualität fragt, warum Heinrich von Kalnein diesen Schritt nicht schon früher gewagt hat. Der Bayerische Rundfunk schnitt das Konzert beim Regensburger Jazzweekend Festivsl mit, der Innenhof des Thon-Dittmer-Palais war gut besetzt, das Publikum absolut begeistert. Das Trio spielt hochenergetisch, große Melodie- und Spannungsbögen strukturieren die langen Stücke. Der Pianist bringt mit seinem rhythmisch interessanten Spiel ganz andere Sounds in die Band, das Trio lässt sich von der Energie des Moments treiben. Der Höhepunkt wird im Stück „The Sun“ erreicht, das durch Loops und eine ostinat durchlaufende Bassfigur gegliedert ist. Das wilde Schlagzeugsolo begeistert das Publikum, der Jubel über die Solospots ist in der guten Qualität der Live-Aufnahme deutlich zu hören. KAHIBA ist eine großartige Liveband, das zeigt diese CD einmal mehr. Anıl Bilgen addiert am Klavier einen anderen Klang zu den Drums und Altflöte und Saxophon. Toll, daß es möglich war, das frühere Triomitglied Christian Bakanic am Akkordeon als Gast dabei zu haben. Absolut empfehlenswert!

Angela Ballhorn

 

Hörerlebnis 104, 2018

Die in Hörerlebnis Ausgabe 101 angekündigte vierte CD des Kahiba-Trios um den Saxofonisten und Flötisten Heinrich von Kalnein ist nun als „The Neuroscience Of Music“ erschienen – und seit mittlerweile vielen Wochen unangefochten meine Lieblings-Jazz-CD.

Warum? Ach, das ist so leicht und doch so schwer zu beantworten. Die Scheibe fasziniert sofort durch ihre formidable Klangqualität – Unmittelbarkeit, Dynamik, Klarheit und Luftigkeit sind die Begriffe, die mir da direkt in den Sinn kommen. Und eigentlich ist das auch kein Wunder, basiert die Aufnahme doch auf einer Aufzeichnung des Bayerischen Rundfunks vom Juli 2016 in Regensburg anlässlich des Bayerischen Jazzweekends. Besagte Rundfunkstation wird seit Jahrzehnten für die hervorragende Qualität ihrer Live- Übertragungen mit Recht gelobt. Weiterbearbeitet, also gemischt und gemastert, wurden die Titel dann im Jahre 2017 in den vielfach preisgekrönten italienischen „Artesuono Studios“ in Udine, die sich einen exzellenten Ruf als Schmiede audiophiler Produktionen erarbeitet haben.

Die Band um Heinrich von Kalnein (Ts, fl), Anil Bilgen (p), Gregor Hilbe (dr & electronics) und – früher als festes Mitglied, nunmehr als Gast – Christian Bakanic (acc) liefert einen ungemein attraktiven, hochmodernen und melodiestarken Jazz ab. Die Musik, so varianten- und abwechslungsreich sie auch daherkommen mag, ist in einem stetig swingenden Fluss begriffen, der die Welt in einem großen Spannungsbogen zu durchströmen scheint. Immer wieder fließen exotische Klangelemente in das musikalische Geschehen ein, sich stets organisch integrierend. Die sechs Kompositionen, welche es auf fast eine Stunde Spielzeit bringen, verströmen durchweg Optimismus und Lebensfreude. Die ersten beiden Titel stammen aus der Feder von Christian Bakanic; die übrigen Stücke wurden von Heinrich von Kalnein geschrieben. Neben der stets präsenten, teils durch Loops angereicherten Rhythmik, den intensiven Soli und den kollektiven Improvisationen der Akteure spielen die sehr eingängigen Melodien die Hauptrolle in der Musik dieses einzigartigen Ensembles. Jeder Titel hat seinen eigenen Charakter und Wiedererkennungswert und nimmt sich viel Zeit, um sich zu vollem Glanz zu entfalten. Die Spannung des Publikums ist regelrecht spürbar und bricht sich immer wieder in spontanen Beifallskundgebungen Bahn. Die lebendige Freude an der Musik, welche die Menschen im Publikum bei dieser schwelgerisch-innovativen Aufnahme empfunden haben, kann man nun auch im heimischen Hörraum nachempfinden – und genau das sollte man tun! Zudem bleibt die Gewissheit: Auch dank dieser sowohl musikalisch als auch klanglich rundum gelungenen Produktion (der demnächst weitere folgen sollen) bleibt „Natango“ weiterhin ein dankbares Label zum Sammeln. (Axel Jost)

 

Music Austria – 20.03.2018

Ein Album, das in Sachen Jazz wirklich alle Stücke spielt und den feinen abwechslungsreichen Ton auf stimmungsvollste Weise zum Programm macht: HEINRICH VON KALNEIN zeigt es wieder einmal allen und brennt mit seinem Trio KAHIBA auf dem nun erscheinenden Livealbum „The Neuroscience of Music“ (Natango Music) ein musikalisches Feuerwerk der Sonderklasse ab.

Ein Name, der für hohe musikalische Qualität bürgt. Heinrich von Kalnein beweist mit seinem Trio Kahiba einmal mehr seine außergewöhnliche Fähigkeit, Jazz zu einem echten Erlebnis werden zu lassen. Das 2017 im Rahmen des Bayrischen Jazzweekends entstandene Livealbum „The Neuroscience of Music“ zeigt den aus Deutschland stammenden und seit vielen, vielen Jahren in Graz lebenden Saxofonisten und Flötisten und seine Mitmusiker, den jungen türkischen Pianisten Anil Bilgen, der den Platz des langjährigen Mitglieds Christian Bakanic eingenommen hat, und den Schweizer Schlagzeuger Gregor Hilbe, in einer wahrlich bestechenden Form. Was die drei Herren dem Publikum abgeliefert haben, war schlicht und einfach die hohe Kunst des Jazz. Man spürt die pure Leidenschaft, die unbändige Spiellust, von der das Dreiergespann ergriffen war, als es auf der Bühne gestanden ist und sich auf mitreißende Weise durch die Stücke gespielt hat, in jedem Ton.

Die Nummern auf „The Neuroscience of Music“ erzählen sich in ungemein vielfältiger und stilistisch offener Form, sie entwickeln sich in Etappen über spannungsgeladene und sich stimmungsvoll steigernde Bögen, die genauso den sanften und smoothen Ton erklingen lassen wie auch den gediegenen, hochenergetischen, experimentellen und geheimnisvollen. Mal wird leichtfüßig getänzelt, mal gerade nach vorne gegroovt, dann wieder ausgelassen und melodiereich soliert oder ganz einfach frei improvisiert. Das Schöne an der ganzen Sache ist, dass sie fern jeder Sperrigkeit oder Verkopftheit abläuft, dass die Stücke diese gewisse zugängliche Note entwickeln, die die Zuhörenden auf wunderbare Weise tief in das Geschehen eintauchen lässt.

Es ist ein echtes Vergnügen, sich durch dieses Album zu hören. „The Neuroscience of Music“ ist eine Sammlung von wirklich starken Nummern, die in abwechslungsreicher Art abgehen und den Jazz in seiner lebendigsten Form erklingen lassen. Eine wirklich schöne, runde Sache, die Heinrich von Kalnein und seine beiden kongenialen Partner Anil Bilgen und Gregor Hilbe darbieten.

Michael Ternai – https://www.musicaustria.at/heinrich-von-kalnein-kahiba-the-neuroscience-of-music/